Außerdem total produktiv gewesen in der Affenhölle, die jetzt ungelogen Arnold Schwarzenegger als testimonial für Stromsparerei oder ähnlichen Tand einladen möchte. Habe völlig proaktiv folgendes Promomaterial erstellt:
Außerdem von dieser Stadtrundfahrt erfahren: In einem Bus, der sonst nur für betreute Menschen und/oder angetrunkene Kollegen nach der Weihnachtsfeier reserviert ist gegen 20 Eulen an Plätze gefahren werden, die man auch so besuchen könnte. Dabei Videos von Menschen, die ihr Leben damit verbringen, für immer jung wirken zu wollen, sehen müssen. So in etwa stelle ich mir einen Teil der Vorhölle vor. Der Bus würde dann allerdings nach Hannover fahren. Oder über Köln nach München, wenn ich ein richtig schlechter Mensch war.
Ärgernis des Tages: Die Verkäuferin im Antiquariat in der ansonsten hervorragenden Niederbarnimstraße, die Modalverben falsch versteht bzw. bösartig verwechselt. Ich hatte gefragt, ob man die Bücher selbst von den circa 24 Meter hohen Regalen nehmen könne. Ihre Antwort: "Für Zweifuffzisch ist hier mit Selbstbedienung." So sehr ich random bitchiness verehre: Wenn sie nicht von mir selbst oder seitens Fiona Erdmann gegenüber Desirée Nick ("Jetzt hältst du endlich mal den Rand hier, ja?!") kommt, ist das eher weniger mein Fall. Überhaupt, Ladenbesitzer. Als ich Mittwoch die obligatorische Flasche Glühwein im Nicht-wirklich-Spätverkauf meines Vertrauens kaufte, geriet ich in ein aufgeregtes Gespräch zwischen der vietnamesischen Verkäuferin und einem mutmaßlichen Inder (das ist KEIN Werturteil, auch wenn ich die Anbetung von Kühen nicht teile), die vor sich den Berliner Kurier mit einer Geschichte über den Bombenleger von Rudow, der seine Nichte bzw. ihren Arm gesprengt hat um sich mal für seine beschissene Kindheit zu rächen (oder so) auf dem Ladentisch hatten. Als ich fragte, was denn los sei, kriegte ich zu hören, der Typ, nach dem seit Tagen mit Hunderten von Polizisten gesucht wird, wohne hier um die Ecke und habe im Übrigen einen Anhänger mit Bombenbastelmaterial nahe dem Laden, in dem wir uns aufhielten, zu stehen. Ich war, ähnlich wie Bauer Heinerich, als er entdeckte, dass seine Auserwählte bei "Bauer sucht Frau" Brotrinden nicht in "die Katzen reintut" sondern wegwirft, enttäuscht und entsetzt von dem Fakt, dass der Inder meinte, er müsse dieses Wissen nicht unbedingt an die Polizei weiter geben: "Meine Frau sagt, das ist nicht unser Problem.". Meine folgende Predigt, die ungefähr 34mal die Aufforderung, die Polizei anzurufen enthielt, beendete ich schließlich mit "Ich zähl auf dich!". Ja, das war wohl die Barbara Eligmann in mir. Oder die Sabine Zimmermann. In jedem Fall habe ich damit meinen Anteil zur Fahndung dieses bei aller Abscheu slightly hotten Bösewichts getan. In anderen Neuigkeiten habe ich gestern 40 Minuten meiner eh schon spärlichen zwei Stunden "Ich schreibe meine Hausarbeit und fahre dafür in die Bibliothek weil ich zu Hause eh nichts gebacken kriege"- Zeit für das Spiel eines hypnotischen Blasenzerschieß-Spiels auf meinem Acer Aspire One verwendet. Ich fühlte mich so, wie meine blondierten Strähnchen und eine Nagelfarbe namens "Candy Apple" mich aussehen lassen: Idiotisch, aber happy. Wer würde schon mit Foucault über Reality TV schreiben wollen wenn er genausogut eine schlechte Tetrisversion mit glänzenden Blasen statt langweiligen Bauklötzen spielen kann? Ich nehme an, die Verkäuferin im Antiquariat oder solche Menschenimitationen.
Gestern biss ich mir an einem "K" in der Haribo-Bärenschule die erst kürzlich von meiner fantastischen, über Eiscreme-sprechenden Zahnärztin gemachte Kunststoff-Füllung aus dem linken Backenzahn. Dies berichtete ich Frau C., welche daraufhin ein Foto von dieser ihr bis dato unbekannten Dentalgefahr verlangte. Das zwangsläufige googeln brachte folgendes zu Tage:
Ja, es gibt Leute, die auf Ciao.de Testberichte für Buchstaben aus Gelantine, Farbstoffe und Zucker zusammenstellen. Ich hoffe ernsthaft, dass sie von Hans Riegel persönlich dafür einen Obulus in Form von Colorado-Vorräten bis an ihr Lebensende oder Yogi-Bussis erhalten bzw. ein sehr gutes Praktikumszeugnis von den gemeinen PR-Verantwortlichen in Bonn, die sie zu dieser Schmach gezwungen haben, welche hoffentlich bald verdrängt werden konnte. So erging es mir auch, wie ich in der vergangenen Woche feststellte, als mir erst fünf Stunden nach Verlassen des Congress Centres Leipzig einfiel, woher ich diese seelenlose Treppenaufbewahrungsanstalt kannte: Einst stand ich dort neben einem Kameramann, als dieser eine beliebige Rede von einem beliebigen Bundesminister aufnahm. Anlass war die Eröffnung irgendeiner Medizinmesse über die wir anschließend spazierten, wobei sich die kamerageilen Mediziner sich uns schamlos quasi vor die Füße warfen, so geil waren sie darauf, ihren talking head in einer regionalen Nachrichtensendung zu sehen. Dies geschah in dem Monat, der mich vom Journalismus kurierte. Pluspunkte wie rabattierte bis freie Museumsbesuche uned Flüge, deren demokratiestützende Funktion mir nie richtig klar geworden ist, konnten nicht über die großen Probleme der Profession hinwegtäuschen: Selbstgerechtigkeit und Kaffee-Atem. Einer der Momente, in denen mir klar wurde, dass ich niemals so werden wollte wie die Leute, die die Veröffentlichung ihrer Behauptungen mit Relevanz derselben verwechseln, war, als ich einen der Moderatoren hörte, wie er stolz berichtete, dass "die Amis ja ihren eigenen Holocaust" gehabt hätten und deswegen ihm als Touristen mal nicht dumm kommen sollten. Es war eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Ich will mir nicht vorstellen, welche Geistesheroen in den Privaten rumlaufen, wobei mich diese ganzen Berufswahl-Geschichten insofern noch nicht tangieren, als dass ich erstmal einen Abschluss erreichen muss, der es mir dann erlaubt, mich an einen seelenzerknirschenden, stundenintensiven, bedeutungslosen, unterbezahlten Job zu verkaufen. Der Weg zu dieser wundervollen Aussicht ist unter anderem das Colloquium, das ich besuche und wo beim letzten Termin eine der Teilnehmerinnen von "trashbacks" sprach während eine andere fragte, was RSS-Feeds sind. Beide wollen natürlich ihre Abschlussarbeit über online-Themen schreiben. Eine dritte Teilnehmerin berichtete mir, sie sei so sauer, in ihrer mündlichen Prüfung eine zwei und keine eins gekriegt zu haben, nur, weil sie nicht gewusst hatte, dass spiegelonline die meistbesuchte website Deutschlands darstellt. Sie meinte, es wäre heise.de. Ich war zu beschäftigt damit, ihre Einladung zu einem intersexuellen Informationsabend auszuschlagen ohne dabei völlig paranoid auszusehen, als dass ich hätte auch nur ansatzweise der Absurdität ihrer Wissenslücke (bei einer Prüfung zu "Berufsfelder im Online-Journalismus") Tribut zollen können. Es war aber wirklich ganz schlimm. Gleichzeitig macht es mir Hoffnung für meine Prüfung...not. Wenn es bei mir soweit ist, werde ich wieder zur alten Taktik greifen: Tränen. Und wieder werde ich damit scheitern. Merke: Dumm kann man sein, man muss nur die Nerven behalten können. Daran gilt es wohl zu arbeiten. Fazit: Die Welt ist schlecht, akademische Leistungsanforderungen irrational bis undurchsichtig, das Gleiche gilt für Journalisten. Jim Henson, übernehmen Sie:
Der Besuch der von mir so heiß-geliebten Gratisveranstaltungen (d.h. Veranstaltungen, die zwecks Selbst-Promotion mehr oder weniger prominenter Zeitgenossen und ihrer Veröffentlichungen mit gratis Eintritt, Snacks und Alkohol locken) brachte mich letzten Donnerstag ins Truman-Haus nach Potsdam-Babelsberg, wo Print-Journalisten ganz im historischen Geiste des Hauses, nämlich mit dem Demokratieverständnis Stalins, sich Sorgen machten über den Teufel Internet und seine Gefahren, z.B. "diese Blogger". Ich habe mir halbwegs erschöpfend im Blog der Anderen und mir daran abgearbeitet, wer es lesen möchte: Bitteschön. Wer noch mehr Gründe braucht, das Internet zu verehren, dem sei meine neue Lieblingswebsite empfohlen, gerade in Zeiten der drohenden Rezession ein echtes Goldstück. Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, dass ein Potpourri aus den dort verkauften Produkten jede Kündigung mit comic relief erfüllt:
Oder ein paar weise Worte für den erfolgreichen Wiedereinstieg in die Berufswelt:
Langzeitarbeitslosigkeit schmeckte nie besser als aus dieser Tasse:
Und schließlich noch das Emblem des Journalismus und seiner schwachsinnigen Auseinandersetzung um Print und Online- Superiorität:
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch mich selbst und meine Kostümidee, als "Witwe des Printjournalismus" zum diesjährigen Halloween selbst loben. Leider kam dies in dem von sich-am-Ballermann-wähnenden kopenhagener Touristen überfüllten Laden, in dem ich solchermaßen gewandet auftauchte, wenig bis gar nicht an bzw. wusste ich, dass meine Kreativität verschwendet war, als mich ein als Vampir verkleideter Jurist humorfrei fragte, ob das hieße, ich sei selbst Journalistin wenn ich hier als Witwe etc. aufträte. Ich konnte jemanden, der jenes Erasmushauptquartier in der Schönhauser Allee als sein "verlängertes Wohnzimmer" bezeichnete, nicht ernstnehmen und beeilte mich, die Bar in Richtung Tanzfläche zu verlassen. Der Todesmetal, der dort gespielt wurde und die versammelten Totenköpfe-Banger , die im echten Leben Programmierer sind und/oder Game-Tester, vergnatzten mich dann vollends. Nur der Anblick mehrerer blutiger Bräute sowie eine Monsterplatte Nachos mit Käse, Sour Cream, Hackfleisch, Salsa und Guacamole für lächerliche 7, 50 Euro konnten mich in diesem Laden halten. I´m easy that way.