Nein, ich war nicht die Hebamme der französischen Justizministerin oder musste das Konjunkturpaket 2 schnüren...meine Abstinenz hängt eher mit dem quälenden Finish einer Hausarbeit zusammen, deren Bearbeitungszeit meinerseits mich ernsthaft daran zweifeln lässt, jemals eine Examensarbeit in weniger als 5 Jahren zu schreiben. Außerdem plane ich gerade mehrere (=2) nicht so richtig sinnvolle Reisen, davon einen ill-advised- halbakademischen Trip in die mir stark verhasste Weißwurstenklave, die nur durch Rudolf Mooshamer halbwegs ertragbar war, weswegen ich vorhabe, mit einem Telefonkabel bereits das Flugzeug zu besteigen. Überhaupt, eine Stadt, die ihren Flughafen nach einem korrupten, alkoholkranken, cholerischen Alleinherrscher benennt. Das kennt man sonst nur so aus New York. Ich fürchte, damit tue ich MUC mehr Ehre an als es verdient. Egal. Richtiges Update kommt, bis dahin mein neuer Lieblingsssong, den ich lerne um endlich den lang ersehnten Durchbruch im Gangstarap (Codename: MC Zeitproblem) zu schaffen.
Dienstag, 13. Januar 2009
Donnerstag, 1. Januar 2009
all the gourmet-ladies, put some schaum on it .
Sollte es mir zu denken geben, dass ich ein bißchen traurig bin, das perfekte Promi-Dinner Silvester Special mit den sich angeblich anzickenden Karl Dall und Olivia Jones verpasst zu haben weil ich selbst essen war in einem Restaurant, wo es die Lieblingsgeschmacksrichtungen der Deutschen, nämlich "viel" und "billig" nicht gab, dafür eine große Vorliebe für Lebensmittel in Schaumform? Ich denke schon. Zur Versöhnung des Widerspruchs zwischen meinem (sehr aktiven) Fantasieleben auf der Fernsehcouch sowie dem (unterentwickelten) Echtleben außerhalb hämischer Bemerkungen über Geschehen auf Bildschirmen, traf es sich gut, dass eine echte C-Prominente und Ex-Teilnehmerin des Promi-Dinners anwesend war und SOGAR DAS WORT AN MICH richtete.

Als kurz vor Mitternacht die Gäste sich anschickten dem Explodieren von Schwarzpulver beizuwohnen, vielleicht um sich endlich mal wie im Gazastreifen zu fühlen, und die Unternehmensberater- und Medienmischpoke der Nebentische samt ihrer Begleitungen in Lollypopformat (Strichbeine, Riesenkopf) das Gekokse und Indoorgeböller kurz unterbrach um vor die Tür zu gehen, wagten wir es, Widerstand zu zeigen und blieben sitzen. Es war aus unserer Sicht nicht einzusehen, was an einem verqualmten Straßenzug voller Kinder mit Lidltaschen voller Chinaböller und dem Willen, diese aus Freude über das neue Jahr dem erstbesten ins Gesicht zu jagen bei Temperaturen unter Null Grad so erstrebenswert sein sollte. Dieser Akt der Rebellion wurde von Frau Steffl zunächst mit einem verständnislosen Blick, dann mit nachdrücklichen Aufforderungen, es doch "wie in der Lindenstraße" zu machen und Mitternacht Wiener Walzer auf der Straße zu tanzen, quittiert. Das habe etwas mit "Wiener Blut" zu tun, ein Bezug, der sich mir angesichts unserer geographischen Lage bis jetzt noch nicht erschlossen hat.
Meine Antwort, ich tanze innerlich, stellte sie scheinbar zufrieden. Sie meinte, das Wiener Blut fließe ja auch innerlich. Nur eben nicht in mir, dachte ich mir, sagte es aber nicht. Immerhin gibt es durchaus Berührungspunkte zwischen Österreich und mir, allerdings ausschließlich in Form von Grissemann und Stermann:
In völlig unrelated news konnte ich sowohl der Mitbewohnerin als auch der Anderen das Versprechen abringen, das kommende Jahresende mit einer Aufführung hiervon zu veredeln:
Und wieder schließt sich ein Kreis: Sandra Steffl kochtre einst mit und für Detlef D! Soost, das heißt, da ich ja jetzt quasi mit ihr befreundet bin, wird er uns zwangsläufig das bißchen Choreo draufschaffen. Ich rechne mit zwei Tagen. Bis dahin sollte dieses Instruktionsvideo genügen:

Als kurz vor Mitternacht die Gäste sich anschickten dem Explodieren von Schwarzpulver beizuwohnen, vielleicht um sich endlich mal wie im Gazastreifen zu fühlen, und die Unternehmensberater- und Medienmischpoke der Nebentische samt ihrer Begleitungen in Lollypopformat (Strichbeine, Riesenkopf) das Gekokse und Indoorgeböller kurz unterbrach um vor die Tür zu gehen, wagten wir es, Widerstand zu zeigen und blieben sitzen. Es war aus unserer Sicht nicht einzusehen, was an einem verqualmten Straßenzug voller Kinder mit Lidltaschen voller Chinaböller und dem Willen, diese aus Freude über das neue Jahr dem erstbesten ins Gesicht zu jagen bei Temperaturen unter Null Grad so erstrebenswert sein sollte. Dieser Akt der Rebellion wurde von Frau Steffl zunächst mit einem verständnislosen Blick, dann mit nachdrücklichen Aufforderungen, es doch "wie in der Lindenstraße" zu machen und Mitternacht Wiener Walzer auf der Straße zu tanzen, quittiert. Das habe etwas mit "Wiener Blut" zu tun, ein Bezug, der sich mir angesichts unserer geographischen Lage bis jetzt noch nicht erschlossen hat.
Meine Antwort, ich tanze innerlich, stellte sie scheinbar zufrieden. Sie meinte, das Wiener Blut fließe ja auch innerlich. Nur eben nicht in mir, dachte ich mir, sagte es aber nicht. Immerhin gibt es durchaus Berührungspunkte zwischen Österreich und mir, allerdings ausschließlich in Form von Grissemann und Stermann:
In völlig unrelated news konnte ich sowohl der Mitbewohnerin als auch der Anderen das Versprechen abringen, das kommende Jahresende mit einer Aufführung hiervon zu veredeln:
Und wieder schließt sich ein Kreis: Sandra Steffl kochtre einst mit und für Detlef D! Soost, das heißt, da ich ja jetzt quasi mit ihr befreundet bin, wird er uns zwangsläufig das bißchen Choreo draufschaffen. Ich rechne mit zwei Tagen. Bis dahin sollte dieses Instruktionsvideo genügen:
Montag, 29. Dezember 2008
my new idol
Mein Großcousin idealisiert die Schlagersängerin Nicole und den blinden Holländer mit den erfrischend unbedachten Äußerungen über den Nationalsozialismus und seine Stars, Johannes Heesters. Er (nicht Joopi) teilt das Bett mit einer riseigen Minnie Mouse. Meine Großmutter väterlicherseits betritt eine weihnachtlich geschmückte Wohnstube den riesigen Weihnachtsbaum in der Ecke völlig ignorierend und fragt direkt nach dem Eierlikör. Ungefähr 15 mal. Solche genetischen Damoklesschwerter lassen sich ganz gut bei einer Dosis Grey Gardens überdenken:
Mal davon abgesehen, dass der Fakt, dass man für Verwandte nichts kann wohl an keinem besseren Testimonial als die das verwahrloste Haus ihrer Tante und ihrer Cousine schrubbenden Jackie O. demonstriert wird, hat mich dieser Film einen Blick in meine Zukunft werfen lassen, geprägt von Gezeter, Tanz und Wahnsinn, dessen Ausmaß man nicht mit Sicherheit bestimmen kann. Insofern geht also alles weiter wie bisher.
Mal davon abgesehen, dass der Fakt, dass man für Verwandte nichts kann wohl an keinem besseren Testimonial als die das verwahrloste Haus ihrer Tante und ihrer Cousine schrubbenden Jackie O. demonstriert wird, hat mich dieser Film einen Blick in meine Zukunft werfen lassen, geprägt von Gezeter, Tanz und Wahnsinn, dessen Ausmaß man nicht mit Sicherheit bestimmen kann. Insofern geht also alles weiter wie bisher.
Sonntag, 21. Dezember 2008
Not saying it is your fault.
Weihnachten: Das Fest des Völle- und Schuldgefühls, der Selbstzensur, des stummen Selbsthasses und des Selbsthasses wegen des Selbsthasses, weil man an Erwartungen scheitert, die man selbst zu Recht ablehnt: Konfrontiert mit Menschen, die sich paarweise ihre Relevanz für die Menschheit versichern müssen, diese Scheinverträge teilweise noch mit Nachwuchs besiegeln, der sie dann 20 Jahre an ein Leben bindet, das sie nicht führen wollen, in Beziehungen, deren Ende sie gleichzeitig herbeisehnen und fürchten, weswegen sie ledige Großstädter als Projektionsfläche alberner Fantasien koksender homosexueller Drehbuchautoren à la "Sex and the City" missbrauchen. Vielleicht wirds aber auch ganz nett. Die Rede zu meinem akademischen Stillstand habe ich schon vorbereitet, ich bringe sie ja nun aber auch schon seit Jahren zur Aufführung. Wichtig ist die glaubhafte Vermittlung eines ernsthaften Glauben daran, dass Studium im nächsten Jahr auch wirklich zu beenden. Keine Ahnung, warum das allen so wichtig ist. Sollte ich vielleicht mal fragen. Genau wie ich dieses Jahr frage, wie es denn bei ihnen im Bett so läuft wenn ich gefragt werde, warum ich ohne Partner angereist bin. Indiskretion mit Tumbheit beantworten: Das ist sicherlich nicht sehr Namasté. Im Grunde genommen denke ich auch, dass ich eher so agieren werde, auch und vor allem was den Dialekt angeht, dem ich zweifelsohne nach dem Fest nie wieder entkomme:
Ich weiß auch nicht, was mich mehr treffen würde: Idiotische Fragen gestellt zu kriegen oder totales Desinteresse. Ist ja auch nicht so, dass es irgendwas dazwischen gäbe.
Ich hoffe auf das Dazwischen und bin dementsprechend das naive Blondchen, als dass ich mich seit einem Jahr mittels Oberkopfsträhnchen verkleide. Zumindest das verbindet mich noch mit meiner Heimat Mitteldeutschland, wo Yoga für ein Milchprodukt gehalten wird. Was ich irgendwie auch wieder gut finde.
Ich weiß auch nicht, was mich mehr treffen würde: Idiotische Fragen gestellt zu kriegen oder totales Desinteresse. Ist ja auch nicht so, dass es irgendwas dazwischen gäbe.
Ich hoffe auf das Dazwischen und bin dementsprechend das naive Blondchen, als dass ich mich seit einem Jahr mittels Oberkopfsträhnchen verkleide. Zumindest das verbindet mich noch mit meiner Heimat Mitteldeutschland, wo Yoga für ein Milchprodukt gehalten wird. Was ich irgendwie auch wieder gut finde.
Dienstag, 16. Dezember 2008
shut up, christmas.
Weihnacht in Berlin: Von Schnee keine Spur, dafür magische Vervielfachung der Kinderwagenarmaden, die sich offensichtlich vom Prenzlauer Berg immer weiter Richtung Süden vorarbeiten, nicht ohne Erwachsenenfüße zu zermalmen und mit dem Geschrei der Insassen offenbar das Hells Angels Nachwuchscasting zu gestalten. Missmutige Mitbewohner, die ihren Verwandten nur die frohe Botschaft verkünden: "Nüscht guck ich. Meine Fresse!". Außerdem spinnt das Internet, das seitdem René Obermann persönlich uns eine Vertragsverlängerung um ein Jahr unterjubelte, sowieso den Zauber des permanenten Ablenkungspotenzials eingebüßt hat. Was Obermanns Involviertheit in den Vorgang angeht, so kann ich mir natürlich nicht ganz sicher sein, möchte mir aber selbst gerne einreden, dass das Verarschen ausgewählter ostdeutscher Privatkunden seine Rache ist für Maybrit Illner. Außerdem ist die just auf dem Weihnachtsmarkt betrunken erstandene Paillettenmütze nach nur einem Tag gerissen, und das ausgerechnet, als ich sie am einzigen Ort trug, der dies verlangt: Den Wühlmäusen am Theodor Heuss Platz, im Didi Hallervorden-Land zwischen Avus und Masurenallee, untypischerweise für das Viertel NICHT in einem Naziprachtbau untergebracht. Aus Unmut muss ich schon den ganzen Tag die hervorragenden Glühweinschnitten der Mitbewohnerin essen, begleitet natürlich von Glühwein. Das soll mich vergessen machen wie ich wie ein explodiertes Kissen aus weißen Pannesamt den Macarena und andere Verbrechen tanzte, nicht ohne dabei der versammelten Kollegenschar mit dem Kunsthaar zu winken. Es ist doch interessant, wie Fotografien das Fehlen von Ganzkörperspiegeln, Modezeitschriften, abgetrennte Größenetiketten in Bekleidungsstücken und andere Taktiken des Selbstbetrugs obsolet machen. Mit anderen Worten: Ich konsumiere um zu vergessen, dass ich nicht makellos bin, was mich noch viel weniger makellos macht. Das nennt man auch Schizophrenie. Immerhin konnte ich im Laufe des Abends den unbestritten schönsten Mann der Firma dazu zwingen, mit mir Discofox zu "Time of my life" zu tanzen, wobei wir die Hebefigur wohlweislich ausließen. Penetranz statt Eleganz: Ich bin die Andrea Ypsilanti der Weihnachtsfeiern.
Freitag, 12. Dezember 2008
Alle Jahre wieder: Danke für nichts.
Jede Party, die mich als "Event" ausgibt, hat in meinen Augen schon verloren bevor sie den Gratisschnaps ausgepackt hat. Mit anderen Worten: Nachdem es mir letztes Jahr tatsächlich gelungen war, die Firmenweihnachtsfeier als die unklare Mischung aus Arbeits- und Freizeit zu missbrauchen, als die sie angedacht ist und mich dementsprechend erst auf Firmenkosten abzuschießen und dann völlig wahnsinnige Standardtanzvariationen mit Kollegen, die nicht nur mir im Nachhinein peinlich waren, hinzulegen, wird dieses Jahr mich dafür (unter) bezahlen, mich solchermaßen zum Firmengespött zu machen:

Wie es aussieht, werde ich genau jenen verhärmten Gesichtsausdruck zur Schau tragen, wofür mich niemand, der die Topfkratzerqualität der Perücke erkannt hat, zur Verantwortung ziehen kann. Als ich ausgewählten Teilen der Kollegenschar von den Verkleidungsplänen berichtete, wurde vermutet, dies sähe dann so aus:

Mal davon abgesehen, dass das ein großartiges Kostüm ist: Ich sehe ein bißchen anders aus als eine Neunjährige. Obwohl mein Kleidergeschmack wohl in diese Richtung geht. Originaldialog aus dem Kostümverleih:
Ich: "Das hier, das könnt ich mir vorstellen."
Verhärmte Verleiherin: *schweigen* "Naja. Sie haben aber schon gesehen, dass das ein Kinderkostüm ist."
Ich: *hysterisches, unglaubwürdiges Lachen* "Natürlich."
Ich (innerlich) : "Verdammt."
Generell sollen sich die Leute mal entscheiden, wofür sie mich halten: Gestern erst wurde seitens eines westfälischen Homosexuellen mit Apothekenimperium spekuliert, ich sei eine "Operierte", womit wohl in erster Linie ei
ne Penisentfernung gemeint war. Ich fühle mich insofern nicht offended, als dass dies wiederum echte Operierte offenden könnte. Immerhin könnte ich so den Grand Prix gewinnen, eine Ehre, die dem langweiligen Spießer, der Poposex für subversiv hält und politisches Kabarett für relevant, sicherlich nie zukommen würde:
ne Penisentfernung gemeint war. Ich fühle mich insofern nicht offended, als dass dies wiederum echte Operierte offenden könnte. Immerhin könnte ich so den Grand Prix gewinnen, eine Ehre, die dem langweiligen Spießer, der Poposex für subversiv hält und politisches Kabarett für relevant, sicherlich nie zukommen würde:
Letztlich ist der Plan, die Lächerlichkeit der Zwangsverkleidung sowie die Peinlichkeiten, die dem Umstand, das billigste Weihnachtsfeierprogramm aller Zeiten darzustellen, zu verdanken sind, mittels Channeling meines großen Vorbilds Uriella zu kompensieren

Genau SO werde ich den ganzen. Abend. Gucken.

Einnahmequelle: Badewasser. Heute abend werde ich mich damit begnügen, von mir angefasste Wodkaflaschen für das 40fache des Originalpreises als Weihwasser o.ä. zu verticken.
Dienstag, 9. Dezember 2008
Wenn ich so könnte, wie ich wollte...
Karriereoption: Sektengründung. Geschickter als sie hier werde ich mit Sicherheit meine Stimme verstellen bei Geistererscheinungen. Sollte es mich bedenklich stimmen, dass mein Outfit in Teilen durchaus dem der Elizabeth Taylor Parodie Uriella entspricht? Und warum hatte ihre Spielzeugkollektion keinen Erfolg? Wenigstens hat sie in ihrem Multiberufsehemann (Pressesprecher, Komponist, Verschwörungstheoretiker) eine echte Unterstützung gefunden. Mit Engelsstimme!
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