Sonntag, 9. September 2012

Filter Bubble Tea

Wie unvoreingenommen können wir Begegnungen im Internet erleben? Ich frage für eine Erfahrung von heute morgen. Meine Freundin Kathrin bloggt als portraitzentrale.de über Menschen, die ihr im Netz über den den Weg laufen und die sie interessant findet. Ich hatte das Vergnügen, zu dieser Gruppe zu gehören. Das Prinzip Portraitzentrale geht so: Kathrin besucht dich, fragt dich Sachen, guckt sich an, wie du wohnst oder arbeitest, fasst ihre Eindrücke und Zitate von dir in einem Portrait zusammen und bloggt es. Wer zuletzt portraitiert wurde, gibt Kathrin im Gespräch einen Tipp, wen sie als nächstes anschauen sollte.

Diese Idee hat bisher Portraits einer illustren Runde aus Bloggern und sonstwie mit dem Netz verbandelten Menschen hervorgebracht: Paul Fritze, Don Dahlmann, Heiko Hebig, Jan-Uwe Fitz und andere.

Ich mag die Idee, weil ich Menschen hinter ihren Avataren kennenlerne, weil ich Kathrins Blick für Details mag und den Fakt, dass ich auch sie als Autorin immer klar erkennen kann. Und hey- wer sonst würde sich in meine mit Affendevotionalien vollgestellte Küche setzen, um mit mir über CSU-Politiker auf Twitter zu sprechen?

Vielleicht bin ich also voreingenommen, aber das, was heute nach Kathrins letzten Posting auf dem Blog auf Twitter losging, erstaunte mich.

Kathrin hatte, nach einer Bemerkung ihres zuletzt Portraitierten, dem deutschen Internet fehle eine starke konservative Publikationsfigur, den bei Springer für "Public Affairs" und damit zu Recht als Cheflobbyisten bezeichenbaren Christoph Keese für ein Portrait ausgewählt.

Christoph Keese tritt im Rahmen seiner Tätigkeit als Fürsprecher und Treiber des Leistungsschutzrechts auf. Das Leistungsschutzrecht nervt - meiner Meinung nach zu Recht - viele, die an einem möglichst unkomplizierten Informationsfluß im Netz interessiert sind.

Das #LSR in Kürze, im Fall einer der drei Leser hier hat die letzten zehn Jahre in einem Erdloch in China verbracht: Aus der Sicht der Verlage ist das Verweisen auf ihre Inhalte Abzocke, schließlich hat die Suchmaschine oder die Website, die einen Link zu einem Verlagsprodukt setzt, dieses Produkt nicht bezahlt. Deswegen verlangen sie die Etablierung eines Leistungsschutzrechts, das diejenigen, die auf ihre Inhalte hinweisen, dazu verpflichtet, dafür zu bezahlen. Aus Sicht der Gegner dieser Haltung kann in der gleichen Logik eine Stadt Geld dafür verlangen, dass es Wegweiser zu ihr gibt. Sehr schön zusammengefasst, hat das, was am Leistungsschutzrecht so falsch ist, Kai Biermann für ZEIT ONLINE (meinen aktuellen Arbeitgeber).

Man muss vom Leistungsschutzrecht nichts halten, die Frage ist, ob der Fakt, dass es vielen Bloggern und Netzpublizierenden missfällt, dazu genügt, ein Portrait Christoph Keeses auf einem Blog, per se und ganz und gar abzulehnen, wie dies am Morgen der Veröffentlichung auf Twitter abzulesen war.




Die Vehemenz mit der Jens hier streitet, hat mich erstaunt. Ich habe nicht vor, mich inhaltlich seinen Aussagen zu widmen. Dazu weiß ich schlicht zu wenig über die Gemengelage der Leistungsschutzbefürworter und -gegner und den Payrolls, auf denen sie in Wahrheit oder vermeintlich stehen. Dass Keese offen für das #LSR kämpft, ist bekannt und auch, dass er es im Auftrag des Springer-Verlags macht.

Was man an Jens beobachten kann, ist meiner Meinung nach das Zerplatzen seiner Filter Bubble. Kathrins Blog läuft in seinen RSS-Reader. Er schenkt ihr die wertvollste Währung des Netzes (are you listening, #LSR-Befürworter?): Eyeballs. Aufmerksamkeit. Die Portraitzentrale gehört zu dem Inhaltemix, den er sich aus Millionen von Angeboten zusammenstellt. Und dann taucht da die Person auf, die da- aus seiner Sicht - nichts zu suchen hat, weil sie von der "anderen" Seite ist. Die Seite, die alles dafür tut, um das Privileg, mit Inhalten Geld zu verdienen, direkt an Verlage zu binden. Die Seite, die dafür sorgt, dass Blogger darüber nachdenken müssen, ob Verlinken überhaupt noch rechtens ist. Obwohl erst Links das Netz zu einem Netz machen und nicht zu einer Ansammlung von ...tja...Wollknoten, die ins Nichts führen.

Ich verstehe Jens´ Wut weil sie das bestätigt, was ich als Confirmatin Bias im Forbes-Blog von Deanna Zandt gelesen habe. Zu übersetzen ist das mit Selektiver Wahrnehmung: Jede Information, die wir - auch im Netz- aufnehmen, dient im Grunde dazu, bereits bestehende Meinungen zu stützen:

"If I see evidence that supports what I already believe, I will support that evidence. If the evidence is neutral, I will interpret it in a way that supports what I believe. And, if the evidence completely contradicts what I believe, I will discount the evidence, dig my heels in deeper and keep believing what I want."

Bei aller Ablehnung der Haltung Christoph Keeses qua Amt steht im Portrait selbst nämlich ein Punkt, der das Vorurteil des am Netz desinteressierten Verlagsapparatschiks zumindest teilweise in ein anderes Licht rückt (so es denn stimmt): 

„Der schleichende Moment war, als mir eines Morgens auffiel, dass ich mehr (amerikanische) Blogs lese, als ich klassische Presse lese. Was mich persönlich interessiert – Physik, Wissenschaft, Geschichte, Lyrik, Publizistik – wird in der Blogosphäre besser abgebildet. An dem Tag habe ich gesehen, dass das kein Zufall ist, sondern systembedingt.“

Hey, der Typ liest Blogs. Der hat realisiert, dass sich an der Art, wie Menschen publizieren und Informationen konsumieren was geändert hat, dass Verlage längst nicht mehr die Platzhirsche sind. Oder nicht? Dann fordern wir ihn doch heraus, fragen ihn, was das für Blogs sind und wie das zusammengeht: Auf Biegen und Brechen alte Wege, Geld zu verdienen, stützen zu wollen, ohne anzuerkennen, dass das Netz - und die Blogs- schnelles, unkompliziertes Verlinken notwendig machen - auch wenn Gottverdammtnochmal ein paar Google Ads auf der Seite, die es betrifft, geschaltet sind. 

Das könnte man Keese fragen. Oder man übt sich in verbalen Ohrfeigen.

Es ist so, dass ich die Vorbehalte gegen den Verlag, die aus seiner publizistischen Historie stammen, nachvollziehen kann (mal abgesehen von der Anti-LSR-Haltung, die ich teile). Ich lese derzeit die sehr detaillierte Ulrike Meinhof-Biographie von Jutta Ditfurth. Die Art, wie der Springer-Verlag die APO und die Studentenbewegung der späten Sechsziger gerade in Westberlin dämonisierte und darstellte, hat nichts mit der Art von Presse zu tun, wie sie konstituierend für eine Demokratie wirkt. Die Art, wie Springer publiziert, unterstütze ich nicht. 

Aber die Frage ist, wie wir miteinander umgehen, solange wir uns ein Internet teilen. Ignorieren? Beschimpfen?

Deanna Zandt bloggt, dass ein Weg, tiefe Gräben zu überwinden, darin besteht, Geschichten zu erzählen und von den Emotionen zu berichten, die diese Geschichten leiten und begleiten. Sie führt als Beispiel die US-Debatte über die Ehe für Homosexuelle an, in der, bewegt von den persönlichen Geschichten der Befürworter, auch einige der Gegner den Punkt der Gegenseite sehen konnten.  

"The magic that happens when we share stories with one another comes from our human wiring to empathize with one another. To walk in each others’ shoes and have our capacity for understanding broadened just a little bit. The unfortunate nature of political systems don’t necessarily promote authentic, empathetic sharing, but we can recognize it and celebrate it when we see it."

Womit sie eine Chance und zugleich eine Grenze der Befriedung unserer Netzsphären aufzeigt: Je tiefer die politischen Gräben, umso schwieriger die Handreichung über den Zaun.

Das Portrait von Christoph Keese, der uns die Geschichte erzählt, dass er selbst Blogs liest und Gottverdammtnochmal auch schreibt (und das wohl kaum, ohne irgendwann mal zu Googlen  und hey - dafür nichts an die Verlinkten zu zahlen), böte Anlass, sich damit auseinanderzusetzen.

Aber offenbar ist die Frage um das #LSR eine, die tiefe politische Überzeugungen berührt- so tief, dass das Teilen von Geschichten obsolet wird.


Kommentare:

SchaedelDX hat gesagt…

Auch wenn ich prinzipiell gegen den Springer-Verlag bin, gehe ich davon aus, dass ein Interview mit Herrn Keese auf hohem journalistischen Niveau durchgeführt wird. Und der Journalismus ist doch dazu da, beide Seiten zu hören. Abgesehen von wenigen Ausnahmen (rechte Propaganda, etc.) sollte doch jeder ein Sprachrohr zur Verfügung haben. natürlich mangelt es vielen an gesundem Menschenverstand, um komplexe Sachverhalte richtig zu bewerten, aber man sollte sich hier nicht mit dem Springe-Verlag auf das gleiche Niveau begeben und einseitig berichten und einfach nur Meinungsmache betreiben.

deviant hat gesagt…

Ich denke, du schießt hier weit über's Ziel hinaus.

Amerika ist mit Deutschland nicht zu vergleichen, dort bewegt man sich entweder im Fox-Universum oder im Universum der "Liberalen". Es gibt praktisch keine Überschneidungen mehr, darum ist es so einfach für die Reps, jeden Mist zu behaupten: In der "liberalen Presse" kommt es als miese Lüge an, bei Fox bleibt es unkommentiert stehen. Die Filter Bubbles funktionieren erstaunlich gut.

In Deutschland ist das anders: Man bewegt sich zwar in intellektuell geprägten Milieus, es wird aber kaum gelingen, alle unangenehmen Meldungen auszuschalten. Selbst in der FAZ steht inzwischen, dass die Linken recht haben, in der Linken ist man sich ohnehin über nichts einig, ausser dass "links" immer besser ist. Es gibt praktisch überall Diskussionsfläschen (ausser in der Bild), in denen vielleicht nicht alles, aber immerhin doch einiges erlaubt ist.
Einig ist man sich in weiten Teilen der politisch gebildeten Schicht aber, unabhängig vom Lager, dass BILD absoluter Mist und sehr gefährlich ist. Wenn jemand also Leute aus der Blogroll schmeißt, weil die den gefährlichen Hetzern von Bild eine Plattform bieten (und sei es nur zum eher harmlosen Thema LSR), dann hat das meiner Meinung nach nichts mit Filterblasen zu tun, sondern mit Boykott - und die Bild-Boykotteure sind mindestens so viele, wie die Bild-Käufer. Ich kann jeden verstehen, der einen Blog boykottiert, der Bild eine Plattform bietet - würde dennoch dazu raten, ein wenig Toleranz zu zeigen, wenn es sich als einmaliger Ausrutscher erweist.
Am Ende muss sich aber der Blogger klar sein, dass Bild ein heißes Eisen ist und muss sich fragen, ob seine Leser auch Bild-Leser sind, oder eher Bild-Boykotteure - und in letzterem Falle muss man damit leben, dass viele Leser abspringen, wenn man sich mit Bild ins Bett legt.

Anonym hat gesagt…

Man legt sich doch nicht mit BILD ins Bett, wenn man einen Akteuer interviewt.
Das Problem ist doch, dass die Methoden der BILD von vielen nicht abgelehnt werden, weil sie hinterhältig und mies sind, sondern weil sie nicht der eigenen politischen Auffassung entsprechen. Wäre die BILD links und würde die gleichen Methoden anwenden würde es einige Kritiker weniger geben.

Man sagt ja gerne der Kampf Rechts:Links sei vorbei. Schön wäre es, ich denke er ist aktueller denn je. Eben gerade weil auf der einen Seite Leute Massenmedien generell ablehnen, dann sich aber nur auf klar definitierten Blogs herumtreiben.
Auf dem Spiegelfechter wurde es mal disktutiert auch die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen, allein der Vorschlag wurde heftig angegriffen, da war nichtmal ein "Gegner" zu Wort gekommen.
Die Menschen haben eine bequeme Blase und sind damit vollkommen zufrieden.

Wenn man sich nicht mit der BILD auseinandersetzt kommt man nicht weiter. Dass dann eine andere Meinung sofort als "Propaganda" abgetan wird zeigt doch wie politisch radikalisiert diese Leute schon sind.

deviant hat gesagt…

Deine Antwort impliziert, dass alle Kritik an der Bild links ist - was aber nicht der Fall ist, wenn man nicht gerade in der BILD-Filterbubble steckt, in der die "Liberalen" von FAZ bis taz alle linke Spinner sind.
Darum ist auch deine Behauptung, Bild hätte weniger Kritiker, wenn sie links wäre, als Blödsinn entlarvt - ganz davon abgesehen, dass mit den Methoden der Bild "links" gar nicht zu machen ist. Hetze gegen Minderheiten zum Beispiel, eines der wesentlichen Merkmaler "einfacher Antworten", ist per se rechts.

Dass auf dem ein oder anderen Blog heftige Grabenkämpfe toben, ist ein Detail, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Zumindest die Leitmedien erlauben noch etwas Debattenkultur (von bestimmten Themen abgesehen).

Wenn du dann von "rechts-links" redest, zeigst du, dass du im Grunde nichts verstanden hast. Konservative lesen schon immer eher die FAZ oder Zeit, linke taz oder Süddeutsche. Sie lesen eher rechte bzw. linke Blogs und bewegen sich generell in einem eher rechten oder linken Milieu. Das ist ganz normal und erklärt sich durch "Gleich und gleich gesellt sich gern". Milieus sind aber keine Filter Bubbles. "Filter Bubble" bedeutet eine abgeschlossene Welt, zu der die andere Welt keinen Zugang mehr hat. Das "Fox News Universe" ist total - wer Fox News sieht, liest praktisch nichts mehr von außerhalb. Wer MSNBC schaut, wird niemals auch nur mit der Kneifzange anfassen, wo Fox News drauf steht. Das sind inzestiöse Welten, die nur sich selbst reproduzieren.

Soetwas gibt es aber in Deutschland nicht, es gibt die stramm konservative FAZ, die intellektuell-konservative Zeit, die eher linksliberale Süddeutsche, die grünradikale taz, die SPDnahe BZ/FR, es gibt den pseudolinken Freitag, die antidemokratische Bild, den seriöseren kleinen Bruder der Bild, die Welt, sowie ein paar weitere überregional erscheinende Zeitungen. Abgesehen vom klassischen BILD-Leser dürfte es niemanden geben, der nur ein einziges dieser Medien liest, und selbst unter jenen dürfte sich die Zahl derer, die BILD uneingeschränkt glauben, in Grenzen halten.
Das aber widerspricht der Definition der Blase.

Menschen haben eine Blase, ja, aber in der findet sich vor allem Urin - ansonsten bewegen sie sich im pluralistischen Deutschland in Milieus, so wie sie es immer getan haben - die einen radikaler als die anderen, aber nur wenige haben die Chance, tatsächlich in der Filter Bubble zu leben.

Im Grunde gibt es nur eine Art von Mensch, die in einer Filter Bubble lebt: Die Rechtsradikalen.
Die haben ihr eigenes System von Medien und Blogs, denen sie glauben schenken, während alles andere "Judenpresse" ist, die lügt.
Selbst in der radikalen Linken gibt es innerhalb der paar Leitmedien oft genug so erbitterte Streits, dass es unmöglich ist, nicht mit anderen Meinungen konfrontiert zu werden.

LutzM hat gesagt…

Ich sehe das schon so, das man "mit der Bild ins Bett" geht, wenn man dem Cheflobbyisten (der auch kein Problem damit hat wissentlich Unwahrheiten zu verbreiten) ein solches Forum zur Selbstdarstellung gibt. Was mit dem Interview getan wurde.

Anonym hat gesagt…

Nur Hater hier...
gebt BILD eine Chance. Sie tut es ja auch!

Anonym hat gesagt…

Wem?

amo hat gesagt…

ignorieren. beschimpfen. vernichten. so sind wir menschen.

Bastian Himberger hat gesagt…

Diese Fixierung auf die Bildzeitung ist dumm.

Anonym hat gesagt…

BILD tut viel gutes, das wird immer vergessen von den verblendeten Hatern. Denkt mal bischen nach, bevor ihr hier postet.

Anonym hat gesagt…

Wer der Legitimation von Springer hilft, dessen Inhalte boykottiere ich.

Die Autorin dieses Blogs hätte völlig Recht, läge Sie nicht falsch mit ihrer (inneren) Einschätzung dessen, was Springer, Bild und Keese sind. Sie fällt leider auf Diekmanns und Co. Strategie der letzten Jahre rein, zwar mit der Bild immer noch dasselbe wie immer zu machen, aber gleichzeitig einfach zu behaupten, es sei anders - ganz wie FOX News.

Bild ist nicht dasselbe wie Hitler oder die NSDAP im Ausßaß des Schreckens - in dieser Kategorie ist es nicht einmal ansatzweise vergleichbar - es ist aber systemisch vergleichbar:

Ein Humanist hat keine Grundlage für eine Diskussion, Koexistenz etc. mit rassistischen, ungebildeten, menschenverachtenden Ideologen. Ein "Gespräch" zu versuchen anbahnen, wäre nicht nur völlig sinnfrei, es wäre auch gefährlich, da legitimierend.

So ist es auch hier: Wer glaubt, man könne mit der Bild reden, der glaubt auch, man hätte Hitler friedlichen bekämpfen können, auch nach 1939.


P.S. Bei wem jetzt der Schaum vorm Mund steht wegen Godwin, der ersetze doch bitte Hitler und die Nazis mit beliebigen anderen Hirnkranken, die niemals davon ablassen würden ihre Interessen auf dem Rücken anderer durchzusetzen, jedenfalls nicht aufgrund von Argumenten.

freval hat gesagt…

Ich verstehe die harsche Kritik auch nicht, kann aber den Grund, den Du anführst, warum man das Gespräch dringend machen sollte, nicht nachvollziehen. Die Erzählung sozialer Randgruppen ist ja gerade keine top-down-Strategie, sondern wird verfolgt, um ins Bewusstsein der Leute (mittelbar über die Medien) zu kommen. Darüber braucht sich Keese ganz sicher keine Sorgen zu machen, der muss sich ja eher Sorgend arum machen, das zu viel in den Medien steht.

Eine ehrliche, emotionale Kommunikation über das Netz ist schwierig zu führen mit jemandem, der vorsätzlich Tatsachen verdreht, wenn es um seine Interessen geht. Das ist die echte Geschichte dahinter, und das öffnet dann auch eine Alternative, was Du unterschlägst: NIcht Ignorieren, nicht beschimpfen, sondern enthüllen. Kathrin hat das nicht geleistet (muss sie ja auch nicht), aber es ist mindestens verwunderlich, von Keese anzunehmen, dass er da nicht als Lobbyist sitzt, und dass er natürlich intentional spricht (in dem Zusammenhang fand ich das Wort von der "Kultur der mutwilligen Unwissenheit" nochmal besonders witzig).

BILD-"Hater" hat gesagt…

Jemand, der zu feige ist, seinen Namen zu nennen, hat gesagt…
"BILD tut viel gutes, das wird immer vergessen von den verblendeten Hatern. Denkt mal bischen nach, bevor ihr hier postet."

Zum Beispiel?
Griechen aus der EU schreiben?
Türken aus Deutschland schreiben?
Rassistische Propaganda gesellschaftsfähig machen?
Moral, Ethik und Presserecht mit Füßen treten?

Oder redest du vielleicht von BILDs Feigenblättchen "Ein Herz für Kinder"? Eine Spendenorganisation, die sich weigert, die eigenen Finanzen offenzulegen, damit niemand sieht, wohin das Geld wirklich fließt?

Und warum denkst du nicht einmal über Rechtschreibung nach, bevor du postest?

Anonym hat gesagt…

1. Ein Porträt ist nicht das gleiche wie ein Interview - man schreibt mehr über jemanden als dass er sich selbst darstellen kann.

2. Springer ist nicht (nur) Bild

3. Bild (wenn man sich schon darauf kapriziert) ist kein Kriegsverbrecher, Holocaustleugner oder Vergewaltiger.

4. Und selbst bei den unter 3. genannten Punkten wird nicht pauschal abgelehnt, mit ihnen zu reden oder über sie zu schreiben, solange man es hinbekommt, dass sie dadurch nicht ihre kruden Gedanken profilieren können.

Wo zum Teufel ist also auch nur der Ansatz dafür, ein Porträt über Keese nicht zu machen?

Hansecowboy hat gesagt…

Habe das "Portrait" gerade gelesen. Schade, dass gleich zu Beginn offensichtlich die eigenen Prinzipien über Bord geworfen wurden: das Treffen findet weder bei ihm zu Hause, noch in seinem Büro statt. Der erste Punkt für Herrn Keese, noch bevor das Gespräch begonmnen hat. Danach ist erst mal ein Drittel des Textes von Google die Rede. Natürlich von Herrn Keeses Sicht auf Google. Der Bogen spannt sich von Googles Lobbyismus,seiner ach so bösen Dominanz bis hin zu einem Schulterschluss mit der Kreativwirtschaft. Tenor "Ziehen wir doch an einem Strang, Ihr publiziert, wir publizieren und die anderen sind eigentlich die Bösen". Danach gute Ratschläge für die Bloggerszene, Betroffenheit über Anonymus mit dem Hinweis auf seine Familie, die er - welch fürsorglicher Vater - er vor der Gewalt schützen will. Danach noch ein wenig Schöngeistiges und fertig ist die Lehrstunde in Propaganda erster Güte. Was seine Gesprächspartner - ode rbesser Zuhörerin - dazu anmerken kann ist nur: "Als Freundin des Pathos’ komme ich voll auf meine Kosten. Echte Leidenschaft." Sieg für Keese. Ich fürchte, er hatte leichtes Spiel.

Anonym hat gesagt…

@Hansecowboy
Vielen Dank für diese erklassige Zusammenfassung.

Nach dem lesen des "Portraits" kann man wirklich nur sagen, das das in der Tat ein klarer Sieg für den Herrn Keese war.

Ich stelle mir nur die Fragen, ob die Frau Köhler wirklich so naiv war - oder vielleicht doch gekauft.

Ben Sheppard hat gesagt…

1. Die Axel Springer AG ist nicht "Bild", die Redakteure sind nicht dumm und menschenverachtend. Viele Leute sollten sich mal bewusst machen, dass die A.S. AG ein profitorientiertes Unternehmen ist. In deutsch: Deren Ziel ist es soviel Geld wie möglich zu machen. Im Verlagswesen funktioniert "viel Geld machen" über große Auflagen. Große Auflagen erreicht man u.a., indem man das Interesse vieler Menschen weckt. Und viele Menschen haben nun einmal eine bedenkliche Sensationslust (oder gar -gier?). Das Problem ist nicht die Bild, das Problem sind die x-Millionen Leser, die so etwas wollen, und regelmäßig dafür zahlen.
Da wird immer ein Gewese um diesen Laden und seine lauteste Zeitung gemacht... vielleicht möchte sich mal einer der Bild-Boykotteure (sic!) mit Nestlé oder Coca-Cola auseinandersetzten und sein Boykottverhalten in gerechtfertigte Bahnen lenken.

2. Finde ich es erstaunlich, dass so viele Menschen rumschreien wie ignorant und einseitig dieses eine Springerprodukt ist, um bei der erstbesten Gelegenheit ignorant (mir egal was der Keese zu sagen hat!) und einseitig (Du interwiest ihn, ich lese dich nicht mehr!) zu sein.
Und für die Nuss, die über die Anonymität anderer herzieht, sich aber selber nur "Bild Hater" nennt; Bitte informier dich z.B. hier:
http://www.axelspringer.de/artikel/Gesellschaftliches-Engagement_901135.html

Da bekommste erst einmal eine ganze Reihe von Beispielen. Und komm jetzt nicht, und sag, dass das nicht zählt weil die es selber schreiben...
Dann z.B. noch hier:
http://www.kulturfoerderung.org/dizk/details.htm?idKey=showOrgaDetails&idValue=22&selectedLocale=de

oder hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kulturkreis_der_deutschen_Wirtschaft

Das Problem ist ganz offensichtlich, dass "Bild-Boykotteure" eben in Ihrer FilterBubble festhängen und eigentlich keinen Plan haben (was WIRKLICH schlimm ist, was WIRKLCIH boykottierenswert ist, wer WIRKLICH böse ist, was ein ECHTER Skandal ist), nur den Anschreit, der gerade allgemein als "PÖHSE" bezeichnet wird.

Im Endeffekt genau wie die Millionen Bild-Leser, im besten Fall nur eine Intelligenzstufe höher.
Ich meine, wo ist der Shitstorm wegen den Nazis/VS/MAD?
Wo sind die Demos für hungerleidende hier und anderswo?
Wo passiert Crowdsourcing für Obdachlose?
Warum rattert nicht jeden Tag ein Artikel über Menschenrechtsverstöße der Abschiebepolitik Deutschlands durch rivva?

Nüschte... nur möglichst laut und mit viel armgefuchtel gaaaaanz lange und viel _über_ irgendeins von 1.000 Schmierenblättern _reden_.... kein Wunder, dass alles den Bach runtergeht!

Dieter Meyeer hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Dieter Meyeer hat gesagt…


"Die Vehemenz mit der Jens hier streitet, hat mich erstaunt."

Mich nicht.

Menschen mit starken Meinungen sind leider auch oft sehr stark darin, Meinungen von anderen zu ignorieren.

Das ist schade, denn nur wenn man zuhört, versucht zu verstehen und abwägt, wird man schlauer.
Findet leider viel zu selten statt.

Hans Hanibal hat gesagt…

@Ben
Wie viel zahlt Springer dir?

Habe mir das "Interview" nach der Kontroverse tatsächlich auch mal durchgelesen.
Auch ein paar andere auf der Seite.

Man merkt schon, das die Autorin sich da hat von einem Profi hat vorführen lassen.

Eigentlich schade - aber das passiert halt schon mal wenn ein Amateur auf einen Profi trifft.

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