Donnerstag, 7. Februar 2008

soap is for showering, not for operas

Bits und pieces aus dem wirklich echten Leben: Beim täglichen Schnelleinkauf bei dem Eckvietnamesen meines Vertrauens werde ich während ich versuche, gleichzeitig eine Packung überteuerten Kräuterquark, ein Nudelfertiggericht und eine Packung F6 in der kofferähnlichen Tasche zu parken, von dem hinter mir wartenden, leicht asozial wirkenden Kunden mit dem unendlich witzigen Spruch "Schmeiß weg, ey!" beehrt als mir der Quark auf den Counter rasselt. Meine daraufhin auf Arktistemperatur sinkende Schultertemperatur nicht ertragen könnend, schiebt der Typ (übrigens mit blondem Pferdeschwanz versehen, allein deswegen schonmal völlig untragbar in dieser Nachbarschaft) ein gekünsteltes "Sollte ein Witz sein!" hinterher, was ich zur Kenntnis nehme während ich mich damit abmühe, endlich diese scheiß Tasche zu schließen (kaputter Reißverschluss seit Monaten, nur eins meiner täglichen obstacles). Der Typ stellt seine Flasche Limonade hin, will bezahlen und sagt "Und dann noch 3 Bier bitte!". Und dann geschieht etwas, was mich für immer dem kleinen Vietnamesen hinter dem Ladentisch, von dem ich immer dachte, er könne ausschließlich "Hallo!", "Nochwas?" und "Schissie!" sagen, in anti-Großfressigkeit-Kunden- Freundschaft dankbar sein lässt: Unerwartet bösartig fragt er den Asi: "Heute nur 3?". Ich lache noch an der nächsten Ecke. Das spricht Bände über das derzeitige Humorniveau meines Alltags.
2. wahre Geschichte über gestern: Beim Absturz in einem von Touristen gehighjackten Jazzclub treffen Frau P. und ich auf uns bekannte Musiker, von denen ich sogar eine Art freundschaftliche Verbundenheit uns gegenüber behaupten würde. Ich frage, ob sie zum Spielen hier sind, woraufhin mir von einem der beiden ehrlich geantwortet wird: "Auch, aber in erster Linie bin ich hier um Frauen kennen zu lernen. Wer geht denn abends weg um Musik zu machen? Ich brauche ein bißchen Liebe!". Die beiden spielen dann doch noch, werden von uns dabei dem Restpublikum als "Schlümpfe" vorgestellt (dafür ist eindeutig der Alkohol zur Verantwortung zu ziehen) und sitzen schließlich, als wir uns später verabschieden wollen, mit 3 schätzungsweise 19jährigen, etwas dumpf dreinschauenden Mädchen an einem Tisch. Während ich den ehrlichen Schlumpf zum Abschied umarme sagt er halblaut "Lacht jetzt bitte nicht!", und auch dies meint er ernst. Ich lache trotzdem, was aber nicht schlimm ist, die dumpfen Ladies würden das nicht kapieren wenn man es ihnen per Telegramm in eines ihrer Sugar- Magazine stecken würde, dass sie nicht wegen ihres guten Musikgeschmacks da sitzen. Na gut. Irgendwoher müssen die Geschichten für den Marienhof ja auch kommen.

Kommentare:

kobold hat gesagt…

neben schopenhauer warst du heute für meine lachmomente verantwortlich. danke!

dein dich liebender kobold

la bonette hat gesagt…

Ja, der olle Atze hat doch immer einen kecken Spruch auf Lager. Da fühle ich mich in bester Gesellschaft! Deine dich auch liebende Bonette, die dir mitteilen muss, dass du die La Koch dieses Semester wohl nicht mehr sehen wirst, nächste Woche ist nix, mal wieder zu Gunsten des Filmfestivals that shall not be named.