Sonntag, 2. März 2008

It´s not easy being green.

Das factory girl meint, an sich selbst und ihrem Umfeld, also unter anderem auch mir, Zeichen einer Quarter Life Crisis entdeckt zu haben. Ich will nicht stänkern und ich gebe zu, einige der auf der von mir zu Recherchezwecken hinzugezogenen, höchst wissenschaftlichen wikipedia- Seite zum Thema aufgelisteten Symptome durchaus wiederzuerkennen. Ich weigere mich aber, meine persönliche Misere in eine konsumtaugliche Form gießen zu lassen bzw. mich allein aufgrund meines Alters und der Tatsache, dass ich selten zufrieden bin (wobei ich schon meistens finde, dass mit mir alles okay ist und nur der Rest der Welt ein Problem hat) zum Angehörigen einer Krisengemeinschaft machen zu lassen. Solange Narzissmus nicht als Symptom gilt, befreit mich das vielleicht von der Zuordnung zur Krankheit, die in ihrer begrifflichen Entstehung vielleicht doch nur Ausdruck des Wunsches ist, mit seinem Leiden an der Welt nicht alleine zu sein. Ich glaube, ein bißchen mehr Mut würde helfen: Zur Individualität jeder Krise, zum Weitergehen trotz Zweifeln, zur Fähigkeit der Selbsterkenntnis und nicht zuletzt zu der Dringlichkeit, sich selbst nicht so sehr zu hassen, wie man vermutet, dass es so ziemlich alle anderen tun. Wer das beherrscht, sollte sich mal bei mir melden, um mir zu zeigen, wie das geht. Ich bin da auch nur Amateur, beherzige aber gerne das beliebte Motto der Anonymen Alkoholiker "to fake it till you make it.", wobei mir deren nicht so anonymes Mitglied und Menschenkarikatur Lindsay Lohan eher entmutigt in meiner halbwahren Mutigkeitsattitüde.
Okay, ich bin offiziell das Kinde der Liebe von Chefmoralist Peter Hahne und Motivationsguru Emil Ratelband. Sorry.
Das passiert, wenn man ein Wochenende lang in den Fängen der Filmphilosophie verbringt, von einem fiesen Sturm, einem nicht-existenten Spaßbudget und dem neuen, kotzefarbenen Anstrich des Hauses (wer hätte ahnen können, dass die Restbestände der DDR-Gefängnistürenfarben von gewissen sadistischen Hausverwaltungen zwecks Nervenzerrüttung unschuldiger Bewohner aufgekauft und benutzt werden?) zermartert.
Nur mal so zur Demonstration des Farbterrors:


Abgesehen von den halbwegs erträglichen hellgrünen Nuancen, ist das die Farbpalette, die jetzt das Haus verunziert und es in seiner rätselhaftigen Hässlichkeit NACH einer Renovierung dann doch wenigstens individuell erscheinen lassen im Meer der augenfreundlicheren beigen Häusermasse. "Hässlich, aber meins." Dies könnte man wiederum auch getrost rufen, wenn man glaubt, die Quarter Life Crisis wolle einem das schöne Leben kaputt quatschen.

Kommentare:

die mitbewohnerin hat gesagt…

ich bin auch durchaus unzufrieden mit der farbsituation und habe das auch schon an anderer stelle zum ausdruck gebracht - dabei mag ich grün eigentlich, ja bin sogar fan! ich habe das drama fotografiert und stelle die bilder gerne zu demonstrationszwecken zur verfügung.

kobold hat gesagt…

ich will die bilder!!!! jaaa!

und danke liebe frau bonette für den qlc-hinweis. DAS hab ich, genau das, ich habs immer gewußt, von wegen depression, es ist nur qlc!

soziale Interaktion mit anderen langweilt
- dieser punkt gefiel mir sehr gut.

janainfur hat gesagt…

mann dieses einloggen mit open id ist ja ein kampf....

hey, der hausanstrich passt farblich super zum ox!

la bonette hat gesagt…

Du meinst also, man hat den Anstrich den Bewohnern angepasst, zumindest denen, die frappierende Ähnlichkeit zum Ox aufweisen?