Dienstag, 5. Dezember 2006

L´enfer d´Affen alias Die Affenhölle

„Okay, das wars dann mit unserer uneingeschränkten Vormachtstellung im deutschsprachigen web.“
(SPIEGEL online)
„Blog? Das ist ein Gottesgeschenk. Und mir ist egal, ob das blasphemisch klingt.“
(Papst Benedikt XVI),
„Wenn ich lesen könnte, würde ich diesen Blog lesen.“ (Reinhold „Becki“ Beckmann)...
Nur einige der bisherigen Reaktionen auf den Blog. Ich bin einigermaßen zufrieden, vor allem, da mir kurz nach meiner schamlosen Werbeemail an Freunde auffiel, dass ich damit den eigentlichen Sinn eines Blogs obsolet gemacht habe: Das ständige, ausgiebige Beschweren über Personen des näheren Bekanntenkreis, denen man so gewogen ist, dass man ihnen nicht gerade ins Gesicht sagen will, wie sehr ihr roter Pullover sich mit den orangenen Bommeln daran beißt. Oder sowas in der Art.
Jedenfalls muss ich mich jetzt über andere Dinge als meine Leser beschweren (von denen ich hoffe, dass sie existieren...ja, ich ziehe mein Selbstbewußtsein ausschließlich aus Feedback Anderer. Anything wrong with that?). Ich starte hierfür eine kleine, feine Rubrik, die ich
„Neues aus der Affenhölle“ nennen möchte. Diese wird stetige Updates zu jener Erniedrigung enthalten, die man gemeinhin „Job“ nennt. Oder „Arbeit“. Oder „Nicht Spaß-Zeit.“

Neues aus der Affenhölle (Folge eins) oder „Wie die Arbeit mich zum Trinken anspornte.“

Es gibt ein paar Probleme mit meiner Arbeit. Da wäre zum Einen, dass sie damals, als ich sie übernahm, die intellektuellen Fähigkeiten eines Schimpansen erforderte. Or so I thought. Meine Vorgängerin, die in der Firma unglaublich beliebt war (und nicht nur damit das genaue Gegenteil von mir) verstand es vortrefflichst, ein stetes Maß an Auslastung durch jene Anforderung ...vorzutäuschen. Glaube ich. Jedenfalls verfiel ich kurz nach meinem Beginn dort dem irrigen Glauben, ich könnte irgendetwas besser machen, schließlich sei ich ja quasi vom Fach. Right...5 Monate später bin ich nur noch lost in translation in einem absurden System der Datenerfassung, das ich eigentlich nie richtig begriffen habe (Mein altes Problem: Wenn ich keinen Augenkontakt halte, höre ich nicht zu. Leider macht mich Augenkontakt eher nervös und man kann ja auch nicht IMMER auf den Haaransatz gucken. Oder?) und das, mal ganz unter uns, auch meinem natürlichen Hang zur Schlampigkeit widerspricht.
Dies nur mal so zur Einführung. Ich habe ein Büro auf einem Gang, der ins Nirgendwo führt, gerade mal neben dem „Raucherraum“ (=Treppenhaus). Immerhin besitze ich eine Durchwahl und eine „vierte Wand“ (nicht selbstverständlich z.B. in der Callcenterhölle), was die Andere (sie wird hier noch Erwähnung finden) und Ich ausgiebig mit einer Posterparade an der Wand feierten; Borat, Klinsmann, Schröder: Alle real-life Chippendales waren versammelt. Nach nach 4 Wochen wurden wir gezwungen, die Poster abzunehmen.
Und heute kam es noch schlimmer.
Wir hatten uns eben erst wieder durch einen liebevoll auf den Drucker drapierten Adventskalender ein Stück weit der Firmenleitung angenähert (unser Boss hatte sogar eine NACHRICHT dazu geschrieben), da wurde mir klar gemacht, dass die Kollegen auf dem nicht-so-abgelegenen-Gang einen sehr viel besseren Kalender gekriegt hatten. Einen mit Markenschokolade. Mit VIEL Markenschokolade. Unserer ist ein Werbegeschenk, das nicht mal eine weihnachtliche Landschaft vorne drauf hat sondern nur ein Foto von einer immerhin verschneiten Landschaft (gefühlt bei Castrop Rauxel). I´m not happy. Das Ganze wurde daduch schlimmer, dass eine der mittelalten Markenschokoladenerhalterinnen (lies: Mitarbeiterin) penetrant jeden danach fragte, ob er/sie „auch den Rauch“ riechen würde. "Nein, aber wenn, dann gehe ich wenigstens nicht alleine." WOLLTE ich sagen. I am weak. Happy Nikolaus.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich bin die Andere. Ich bin auch äußerst unfroh. ICH WILL MARKENSCHOKOLADE! Statt dessen muss ich mein Dasein in einem Büro im 7 1/2 Stock fristen, mit Blick auf Tschernobyl und zähneputzende Kollegen. Richtig, man putzt sich die Zähne nach dem Verzehr von MARKENSCHOKOLADE, und das in the office. Welch ein Hohn, ich liebe die Affenhölle.

Die andere hat gesagt…

Neues aus der Affenhöhle (2)
Wie armselig ist das eigentlich, noch nicht einmal mehr ein eigenes Blog zu haben, sondern nur in den Kommentaren zu dem der Kollegin, Mitarbeiterin, und ja, ich würde soweit gehen, Freundin zu existieren? Möglich machts: Die Affenhöhle.
Heute: Wie ich versuchte, in einem Anzeigenblatt der Volksbank Energiespartips zu finden und statt dessen ein Messerset erwarb oder Wie verzweifelt kann man sein, um mittags zur Musik von David H. in entsprechender Pose im Büro zu tanzen? Verehrte La Bonette, ich bitte um eine ausführliche Stellungnahme. Geben Sie es doch zu!