Mittwoch, 6. Dezember 2006

Neues aus der Affenhölle II

Was der Einen die Hölle, ist der Anderen die Höhle. Stets hausen Affen darin, aber nicht die von der netten Sorte wie z.B. in "Gorillas im Nebel" am Anfang, sondern eher die fiesen, gemeinen Angriffsaffen wie in "Gorillas im Nebel" am Ende (sie fressen Sigourney Weaver). Mit anderen Worten: Ich möchte erneut absurde Details aus meinem Leben als seelenlose Tippdrohne preisgeben.
Während in anderen Firmen die Weihnachtsfeier ein willkommener Anlaß ist, vereint in seeliger Trunkenheit dem Kommunismus und dem Abschied von Arbeiter- Ausbeuter Verhälnissen zu frönen (wenigstens für einen Abend), läuft es in der Affenhölle etwas anders. Schon Wochen vorher werden Zeitungsartikel mitgebracht und den Kollegen gezeigt, in denen es darum geht, dass man sich unter gar keinen Umständen auf Weihnachtsfeiern betrinken sollte. Nicht Cool.
Während eine normale Betriebsfeier oft Anlass zur Spekulation und zur Vorfreude bezüglich des exakten Grades der Häßlichkeit und Entstelltheit der Begleitungen diverser unsympathischer Kollegen bietet, erlaubt die Affenhölle nichts so dekadentes wie eine "+ 1". Again: NICHT COOL. Wie gerne hätte ich mich über die Krampfadern und die zänkischen Bemerkungen der Frau des Chefs amüsiert. Es wäre mir ein Trost gewesen in manch rauer Stunde vor einem 500 Jahre alten Computer und ständig mies gelaunten Kollegen.
Es sollte nicht sein.
Was jedoch sein soll, ist ein Unterhaltungsprogramm. Keine Karaoke Maschine (was cool wäre, ich habs vorgeschlagen und wurde verwirrt angestarrt), keine Playstation mit Eye Toy (die Verwirrung schlug in Haß der alten Menschen auf mich junges Ding um. Die meisten von ihnen halten Tetris wahrscheinlich für eine Krankheit im Innenohr). Stattdessen: SPIELKARTEN.
Genau, Doppelkopf, Skat, Uno: All die fiesen Klassenfahrts-Zeit-totschlag Spiele, die wir lieber vergessen wollten (und die ICH auch niemals richtig verstanden habe).
Old school entertainment, damit könnte ich ja noch leben. Aber irgendjemand hielt es offenbar für eine tolle Idee die Gesichter der Führungsetage auf die Karten zu drucken.
"What the hell?" waren auch meine erste Worte nach dieser Information. But then again: Auf den zweiten Blick mag ich die Parallele zur Bushadministration und der Taktik im Irak um Saddam und seine sich ähnlich sehenden Schergen zu finden.
Chemical Ali, anyone?
Noch etwas zur Anderen; Niemand tanzt so stilecht wie sie zu David Hasselhoff und seiner Glitzerjacke.

Kommentare:

Gisela Schubert hat gesagt…

Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Gorillas die Frau Weaver am Ende gefressen haben, weil doch auch so politische Verschwörungen am laufen waren und böse Intrigan ten nicht wollten, dass die gute Forscherin mit den Äffchen lebt, weil die das Regenwaldholz o.ä. haben wollten (beide, Affen und Verschwörer). Naja, jedenfalls gab es am Ende Machetengemetzel und jene... Säbel wurden hoffentlich nicht von putzigen Gorillas bedient. Wenn doch sollte man tatsächlich von der Evolutionstheorie Abstand nehmen. Beautiful design, meine Herrschaften. Bis auf diesen kleinen Makel kann ich nur meinen unverhohlenen Neid und meine lauthals artikulierte Bewunderung für diesen Blog kundtun. Mehr, Lady Bonette! (Das 'e' spricht man doch, oder?)

Blinkende Leuchtartikel auf schwarzen Lederjacken sind schon was Feines hat gesagt…

I'm glad The Hoff is amusing so many people ...

... er hat mir die letzten Tage sehr versüßt!

I've been looking for freedom!

Limbo ... let's go to Jamaica!

die andere hat gesagt…

Seien wir ehrlich, es ist die Höhle in der Hölle, in der wir uns einst so gemütlich installiert hatten und durch die ich immer wieder gerne im David-style tanzen werde - allerdings nur, wenn man mich von den benachbarten Fenstern der Chefetage auch sehen kann. Dazu trage ich dann die leuchtende Jacke, demonstrativ ohne Energiesparlampen und schaltbare Steckdosenleiste, und spiele auf dem Schal Klavier. Mit dem so vorsichtshalber ruinierten Ruf lässt es sich auch hervorragend auf der Weihnachtsfeier betrinken und dann immer wieder den Irak-Witz reißen. Auf dass ich bald mein eigenes Blog habe: Wie ich der Affenhölle entkam oder Weiblich, ledig, jung sucht Aushilfsjob...

la bonette hat gesagt…

Ich bin entzückt von der "Gorillas im Nebel" Klarstellung.Da war wohl wieder der Wunsch der Vater des kommoden Gedankens. Zur Anderen möchte ich sagen: Ja, als schaltbare Steckdosenleiste wollte ich mich schon immer mal verkleiden und Ja, ich möchte ein paar Hosenträger mit Klaviertastenmuster an Strom- Ali verschenken.

Anonym hat gesagt…

jetzt mal hergehört. "gorillas im nebel" ist die verfilmung von dian fossey, also ihrem leben mit den gorillas. sie wollten denen helfen und wurde dafür ERMORDET, und das nicht von den gorillas. übrigens sind gorillas keine "äffchen". das sind menschenaffen.

ach ja: ich verehre dian fossey, die hat wenigstens was gescheites in ihrem leben gemacht. im gegensatz zu mir.

Rosi Schmidt hat gesagt…

Sehr geehrte Frau Bonette,
mein Name ist Rosi Schmidt und ich komme um mich zu beschweren!
Nicht nur, dass mein Zivildienstleistender die Fanpage von dem mir so sehr verehrten Ekkehard Göpelt aus den Favoriten gelöscht und durch ihre Seite ersetzt hat, nein er fängt auch an sich mir zu widersetzen, und sie sind schuld!
Er weigert sich, wie sonst üblich, mir meine Ekki Göpelt Platte aufzulegen, während ich meine Nachmittagstransfusion bekomme und spielt stattdessen so einen neumodischen Kram von einem David Rasseldoof oder so ähnlich - unerträglich! Außerdem besteht er auf einem Ü-Eier-Adventskalender und einer Weihnachtsfeier mit einem Eyetoy-Wettbewerb - stellen sie sich das mal vor, ich sitze im Rollstuhl! Wenn ich mich weigere, wird er meine Medikamente durch tictacs austauschen!
Ich hoffe sie sind zufrieden! Ich arme alte Frau! Wenn das jeder machen würde!
Ihre erboste
Rosi Schmidt

GINny hat gesagt…

Rosi is BACK!!!

ich habe tatsächlich das perfekte Weihnachtsgeschenk für Euch!Muahahahahaha... Spaßgeschenke!!!

Ich vermisse Glühwein ... das ist das schönste am Winter! Man kann jeder Zeit angesäuselt in der Uni/ auf Arbeit erscheinen ohne schief angesehen zu werden ... trinkt man vor 12.00 Gin, ist die Reaktion eine andere!

Ich war hier im verregneten, stürmischen West Yorkshire auf dem german market (da waren nur Buden aus dem Westen vertreten... typisch, Frankfurt, Düsseldorf, Köln!) und habe mir ein Glas des warmen Glücks gegönnt! Ich habe fast geweint als ich meine Thüringer Bratwurst gegessen habe und ich zehre immer noch von dem 4 quid Stollen...

la bonette hat gesagt…

Ich kann nicht glauben, dass gewisse Randgruppen in dieser Commentsection nicht nur eine unnatürliche Zuneigung zu Diane Fossey entwickelt haben sondern sich auch noch über unbeabsichtigte Begriffsfindungsschwierigkeiten in Bezug auf Primaten aufregen. Wenn die Affen eines Tages (und unvermeintlicherweise) die Macht übernehmen und Charlton Heston in den Himmel schreit, wird dir deine Spitzfindigkeit noch leid tun.